Laboratoriumsuntersuchungen zur unterirdischen Enteisenung von Grundwässern

H. Reissig, R. Fischer, R. Reimann

Research output: Contribution to journalArticlepeer-review

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Abstract

Zur Simulation des unterirdischen Enteisungsprozesses wurde in einer mit Boden gefüllten Säule unter anaeroben Bedingungen die biologische Reduktion natürlicher Eisen(III)‐Verbindungen induziert. In einer zweiten Bodensäule erfolgte die Eliminierung des erzeugten Eisen(II) unter ähnlichen Bedingungen wie bei der unterirdischen Enteisenung. Dabei konnte gezeigt werden, daß in sauerstofffreiem Grundwasser als primärer Eliminierungsmechanismus für Eisen(II) die Aufnahme an den zum Kationenaustausch befähigten Tonmineralien wirksam wird. Die Oxydation des Eisen(II) zum Eisen(III) erfolgt erst sekundär beim Nachströmen von sauerstoffhaltigem Wasser durch das Porengerüst des Grundwasserleiters. Durch nachfolgende Protolyse des Eisen(III) wird die Bindung am Sorptionskomplex gelöst. Die dabei freiwerdenden austauschfähigen Plätze können von den bei der Protolyse entstehenden Protonen sowie von anderen im Grundwasser enthaltenen Kationen besetzt werden. Nachströmendes eisen(II)‐haltiges Grundwasser führt erneut zur Aufnahme von Eisen(II) durch Ionenaustausch. Abermalige Infiltration von sauerstoffhaltigem Wasser, wie dies alternierend bei der unterirdischen Enteisenung der Fall ist, führt wiederum zur Oxydation des aufgenommenen Eisen(II). Dieser sich ständig wiederholende Prozeß kann für die unterirdische Enteisenung solange genutzt werden, bis die abgeschiedenen Eisen(III)‐oxidhydrate die Durchlässigkeit des Grundwasserleiters auf ein ökonomisch nicht mehr vertretbares Maß vermindert haben.

Original languageGerman
Pages (from-to)487-496
Number of pages10
JournalActa Hydrochimica et Hydrobiologica
Volume10
Issue number5
DOIs
StatePublished - 1982
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